Das Gasthaus „Zum Schwan“ wurde am 01.01.1859 von Andreas Laun gegründet. Er errichtete damals eine Sommerkegelbahn parallel zur Straße. Der Gastraum befand sich im ehemaligen Wohnzimmer.
Es ist nicht bekannt, ob es zu dieser Zeit eine Gründungsurkunde oder einen Eintrag in ein Handelsregister gab. Selbst die Beweggründe für die Gründung der Gaststätte sind der Familie Laun nicht bekannt, da die Vorfahren schon lange tot sind.
Familiengeführte Land- und Gastwirtschaft
Der „Schwan“ war von Anfang an ein reines Familienunternehmen mit Land- und Gastwirtschaft. Tagsüber wurde auf dem Feld gearbeitet, 10 ha Landwirtschaft gehörten dazu, und abends kamen die Bauersleute zum Bier. In Neukirchen wurde vorwiegend Landwirtschaft betrieben.
Die Gaststätte wurde über vier Generationen mit dem Namen „Laun“ geführt. Nach dem Tod von Andreas Laun übernahm Otto Laun, der Sohn von Andreas, die Gaststätte. Er baute 1902 ein Gebäude an, wo sich bis zuletzt die Gasträume befanden.
Kegelbahn, Saal & Plumpsklos
Die Kegelbahn wurde zum Garten hin umgebaut, davor entstand ein Aufenthaltsraum, in dem man beim Kegeln auch Bier trinken konnte.
Über dem Stallgebäude entstand zudem ein Saal, welcher aber 1958 aus familiären Gründen geschlossen wurde. Die Toiletten, wie früher üblich Plumpsklos, befanden sich immer im Gartenhof.
Firmengeschichte ohne Stilllegung
Während der ganzen Firmengeschichte gab es keine Stilllegungen des Betriebes.
Nach dem 2. Weltkrieg, als Karl Laun wieder zurückkehrte, übernahm er von seinem Vater Otto Laun die Gaststätte. Karl Laun war der jüngste von drei Söhnen von Otto Laun.
Wie zuvor wurde Land- und Gastwirtschaft betrieben. Nach dem Tod von Karl Laun 1960 führte dessen Ehefrau Marie mit ihrem Sohn Eckhard, damals 19 Jahre alt, die Gaststätte weiter. Inzwischen entstand auch die LPG. Eckhard arbeitete tagsüber in der LPG und nach Feierabend in der Gaststätte.
Modernisierung zu DDR-Zeiten
Anfangs der 1960er-Jahre wurde mit der Konsumgenossenschaft Eisenach ein Kommissionsvertrag abgeschlossen, welcher bis zur Wende 1989 bestand.
In den Sechzigern wurde zudem auch mit der Modernisierung der Gaststätte begonnen. Es wurden Toiletten mit Wasserspülung gebaut und überhaupt erstmalig Wasserleitung ins Haus gelegt. Das Wasser dafür wurde aus dem eigenen Brunnen bezogen und ständig kontrolliert.
Der letzte Schwan-Wirt
Im März 1973 übernahm Eckhard Laun die Gaststätte von seiner Mutter Marie.
Er legte bei der THK Eisenach eine Eignungsprüfung als Gastwirt ab und führte mit seiner Frau Irene, welche er 1972 in zweiter Ehe heiratete, die Gaststätte weiter. In dieser Zeit wurde dann auch die Kegelbahn, die jahrzehntelang nicht mehr genutzt wurde, abgerissen.
Der vordere Raum wurde noch von der Jugend und Kirmesgesellschaft genutzt, bis dann Mitte der 1980er-Jahre eine Garage an dieser Stelle entstand.
Am 1.12. 2000 wurde die Gaststätte „Zum Schwan“ aus gesundheitlichen und Altersgründen geschlossen. Die Nachfahren von Eckhard und Irene hatten anderweitige Berufe erlernt und kein Interesse an der Gastwirtschaft.
Somit ging am 1.Dezember 2000 nach fast 142 Jahren die Ära „Schwan“ zu Ende. Inzwischen hat das Gebäude den Besitzer gewechselt und wird als Wohnhaus genutzt.
Eckhard Laun
Im Juni 2014
