Flurdenkmal Schwedenkreuz

Der bekannte Pfarrer Schwerdt aus Neukirchen beschäftigte sich bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit diesem Kreuz. Er meinte damals, es sei zum Andenken an Claus Rahmund aus Mihla, der 1632 auf der Landstraße, die früher hier vorbeiführte, von Soldaten, Schweden, daher „Schwedenkreuz“, erschossen wurde, errichtet worden sein. Diese Geschichte griff auch der Lehrer Linß 1925 wieder auf. Da sich aber in den Kirchenbüchern keine Notiz darüber findet, kann man diese Erklärung nicht als urkundlichen Beleg, sondern nur als eine subjektive Deutung Schwerdts hinnehmen. Claus Rahmund gab es nicht, aber einen Claus Kühnemund aus Mihla, ein wohlhabender Bauer, der tatsächlich während des 30jährigen Krieges von Soldaten erschossen wurde.

Eines der letzten Fotos vom historischen Original

Der Flurort wird nach Luise Gerbing, einer verdienten Heimatforscherin, 1910 „Beim steinernen Kreuz“ genannt. In den Flurkarten von 1939 sind diese Bezeichnung und die bei Block 1926 angegebenen Flurorte „Stadtlinde“ und „Hahn“ nicht mehr erwähnt. Gerbing bezeichnet den Standort als an der alten Straße von Eisenach nach Bischofroda, dem „Fürstenweg“, was auch durchaus stimmen kann.

Vermutlich handelt es sich, wie bei vielen Steinkreuzen dieser Art, um ein mittelalterliches Sühnekreuz. Die tatsächlichen Gründe für die Steinsetzung sind verloren gegangen und so hat sich die Sagenwelt des Kreuzes bedient:

  1. Ein französischer Offizier wurde hier begraben und das Kreuz errichtet.
  2. Ein Franzose wurde hier 1813 erschossen.
  3. Ein Kosak wurde hier 1813 begraben.
  4. Das Kreuz bezeichnet das Grab eines Fuhrmannes.
  5. Wallfahrer haben hier gerastet und gebetet.

(Quelle)

Diebstahl des historischen Kreuzes 2015

Leider wurde das Original des Sühnekreuzes im Jahr 2015 gestohlen. Die Täter konnten bis heute nicht gefasst werden. Doch schon kurz nachdem der Diebstahl bemerkt wurde, sprach man im Ortsteilrat über eine Kopie an gleicher Stelle.

Neues Kreuz 2025 errichtet

Genau 10 Jahre später, im Herbst 2025 war es schließlich soweit und Neukirchen hat „sein“ Schwedenkreuz zurück bekommen. Das Duplikat wurde von der Firma Morgenweck Naturstein und Restaurierung GmbH aus Wünschensuhl im Auftrag der Stadt Eisenach gefertigt und besteht wie das Original aus Muschelkalk. Auch bei Form und Größe hat man sich am historischen Sühnekreuz von Neukirchen orientiert.

Das neue Sühnekreuz orientiert sich optisch stark am historischen Original

Ermöglicht wurde das neue Steinkreuz durch ehrenamtliches Engagement, Unterstützung von Seiten der Stadtverwaltung sowie finanzielle Mittel, die zum Teil vom Ortsteilrat Neukirchen und zum Teil von der Wartburgsparkasse Eisenach zur Verfügung gestellt wurden.