Friedhof

Die Einweihung des gemeindlichen „Gottesackers“ auf dem „Stöckhof“ erfolgte zum „Todtenfeste“ am 24. November 1861. Bis dahin nutzte man für Bestattungen das Kirchengelände. Vermutlich hat Heinrich Schwerdt, geboren 1810 in Neukirchen und hier von 1842 bis zu seiner Versetzung nach Tonna 1860 Pfarrer, am Zustandekommen der neuen Ruhestätte mitgewirkt.

Ursprünglich gab es auf dem Friedhof nur Erdbestattungen. Diese Bestattungsform wurde ab der 1970er Jahre zunehmend durch Urnengräber abgelöst. Seit 2015 existieren Urnengemeinschaftsgräber östlich des Denkmals. Details regelt die Friedhofssatzung.

Kurzfristige Ruhestätte für Premierleutnant Ernst von Linsingen

Am 26.06.1866 wurde der im Zusammenhang mit der Schlacht bei Langensalza an der Straße zwischen Neukirchen und Berteroda in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 1866 gefallene hannoversche Premierleutnant Ernst von Linsingen hier beerdigt. Seine Mutter hat den Leichnam schließlich in die Familienruhestätte nach Gestorf (heute Stadt Springe) überführen und ein Gedenkkreuz am Todesort errichten lassen.

Gedenkstätte für gefallene und vermisste Neukirchner

Zum Andenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieges hatte die Gemeinde vermutlich um 1925 an der Nordostecke der Kirche ein „Kriegerdenkmal“ errichten lassen. Schließlich entstand um 1965 auf der Südseite des Friedhofes das gemeinsame Denkmal für die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege. Der Verbleib des alten Denkmals ist unbekannt.

Da das „neue“ Denkmal inzwischen stark verwittert war, wurden 2014 Namensplatten aus Granit vorgesetzt. Das Vorhaben organisierten der Ortsteilrat gemeinsam mit der Kirchengemeinde. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden aus der Bevölkerung und von weiteren Gästen im Rahmen eines Benefizkonzertes des Polizeimusikkorps Thüringen am 18. Mai 2014 im Kulturhaus sowie mit „Lotto-Mitteln“ des Freistaates Thüringen. Am 15.08.2014 wurde das sanierte Denkmal im Beisein des Thüringer Innenministers Jörg Geibert der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Einweihungsandacht hielt Pfarrer Christian Müller am Totensonntag (23.11.) 2014.

Sturmnacht im Juni 1980

In der Nacht vom 14. zum 15. Juni 1980 verwüstete ein schwerer Sturm u. a. Teile des Stöckhofes und des Friedhofes. Dieser kam vermutlich aus Richtung Etterwinden, wo auf dem Campingplatz „Altenberger See“ 6 Tote und 9 teils Schwerverletzte zu beklagen waren. Das am 15.06. auf dem Stöckhof geplante Blasmusikfest musste ausfallen.

Die Geschichte der Neukirchner „Leichenhalle“

Nach 1945 erhielt der Friedhof ein Gebäude (mundartlich „de Lichenhalle“). Dazu wurde das ehemalige Kleinkaliber-Schützenhaus aus der „Sandhöhle“ umgesetzt und entsprechend umfunktioniert. Ursprünglich mussten die Toten bis zur Beerdigung zu Hause aufgebahrt werden. Nun konnte man die Möglichkeiten auf dem Friedhof zu nutzen.

Das lange Jahre ungenutzte und zudem baulich marode Gebäude wurde schließlich am 23. März 2024 niedergelegt.

Das im April 2026 neu errichtete Eingangsbauwerk des Friedhofes übergab Oberbürgermeister Christoph Ihling zusammen mit Ortsteilbürgermeister Eckhard Pecher am 06. Juni 2026 der Öffentlichkeit. Vikar Frederik Langer hielt eine feierliche Andacht.

Neugestaltung des Friedhofs

Das Projekt ist Teil der Planung „Stöckhof / Friedhof“ im Rahmen der „Dorferneuerung 2018 – 2022“. Da deren komplexe Umsetzung schließlich an der Rücknahme der Förderzusage des Freistaates Thüringen scheiterte, kann die Verwirklichung der Einzelmaßnahmen nur schrittweise erfolgen. Die Neustrukturierung der Gräberfelder des Friedhofes sowie eine ansprechende Gestaltung des Umfeldes sind Teile dieses Prozesses.